Regimentsübergabe FJGREG2 - Feldjäger

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Regimentsübergabe FJGREG2

Feldjaegertruppe
Eine außergewöhnliche Regimentsübergabe in besonderen Zeiten - Übergabe der Dienstgeschäfte des Feldjägerregiments 2
 
„Wir haben wohl soeben Feldjägergeschichte geschrieben“ sinniert Oberstleutnant Düpmann über die außergewöhnlichen Ereignisse, die sich am 19. März 2020 um 10:00 Uhr zutrugen. Wie oft hat man in der Vergangenheit schon Truppenlösungen gefunden, die „im kleinen Kreis“ stattfanden? Das hierzu auch einmal der formelle Akt einer Regimentsübergabe gehören würde, konnte wohl noch wenige Wochen vor dem avisierten Termin niemand erahnen. Dabei hatten sich die Anzeichen eines „Geisterantretens“ schon am 17.03.2020 verdichtet. An diesem Tage wurde schon die Übergabe der Dienstgeschäfte des Standortältesten Hilden von Oberstleutnant Taube an Oberstleutnant Düpmann durch den Kommandeur des Landeskommandos Nordrhein-Westfalen – Brigadegeneral Gersdorf - im besagten „kleinen Kreis“ im Besprechungsraum des Stabes vollzogen. Es folgte am selben Tag und Ort die Beförderung der Kommandeure FJgRgt 2 und 3, Oberstleutnant Taube und Oberstleutnant Seidel zum Oberst. Auch hier mit Corona-bedingtem überschaubaren Teilnehmerkreis durch den Kommandeur Kommando Feldjäger der Bundeswehr, Herrn Brigadegeneral Häussler, zu diesem Zeitpunkt noch Oberst Häussler.
 
Bereits hier fanden wohl die Lösungsansätze zur Regimentsübergabe ihren Ursprung. Bis zum 19.03.2020 änderten sich die Bedingungen rund um die erforderlichen Schutzmaßnahmen nahezu täglich und verschärften sich zusehends. Was folgte, war ein Novum in der Geschichte der Feldjägertruppe: „Herr Oberst Taube, hiermit entbinde ich Sie von der Führungsverantwortung über das Feldjägerregiment 2 und danke Ihnen für die geleisteten Dienste. Herr Oberstleutnant Düpmann: Hiermit übertrage ich Ihnen die Führungsverantwortung über das Feldjägerregiment 2“. Diese protokollarische Formel hat man wohl schon oft gehört, jedoch noch nie am Telefon. Das Telefonat wurde über Telefonlautsprecher vor der Truppenfahne im Dienstzimmer des Kommandeurs Kommando Feldjäger der Bundeswehr in physischer Anwesenheit von Oberst Taube und Oberstleutnant Düpman geführt. Ein derartiges Ende bzw. Beginn einer Kommandeursverwendung wünscht sich niemand, aber es war unter den vorherrschenden Bedingungen die einzig richtige und praktikable Entscheidung des Kommandeurs Kommando Feldjäger der Bundeswehr. Entsprechend fiel auch der anschließende „Empfang“ aus. Im Lichthof des Stabsgebäudes versammelten sich die an diesem Tage eingesetzten acht Soldatinnen und Soldaten im ausgedehnten Halbkreis im Lichthof, um ihren nun ehemaligen Kommandeur zu verabschieden. Auch dieser Akt stand im Zeichen der Corona-Beschränkungen. Büroschlüssel und grüner Stift wurden durch Oberst Taube in einer Schale hinterlegt und so – mit Abstand – an den neuen Kommandeur übergeben.
 
„Es war mir eine Ehre, ihr Kommandeur gewesen zu sein“. Mit einem von allen erwiderten militärischem Gruß verließ Oberst Taube den Stab und trat die Heimreise an.
 
Oberstleutnant Düpmann bedankte sich bei den Anwesenden für ihren Dienst in diesen außergewöhnlichen Zeiten und äußerte rückblickend ob der geschilderten surrealen Umstände: „Dies war hoffentlich die erste und letzte Regimentsübergabe dieser Art.“
 
Text: Sebastian Mense, Oberstabsfeldwebel


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