Besuch Bundesministerin - Feldjäger

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Besuch Bundesministerin

Feldjaegertruppe
Die Bundesministerin zum Antrittsbesuch bei der Streitkräftebasis
 
Der Blick auf die Streitkräftebasis ist auch ein Blick auf die Erfurter Feldjäger und deren Ermittler.
 
Am 23. Oktober 2019 war es so weit: Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer war gerade 99 Tage im Amt, als sie sich die Zeit nahm, einen Antrittsbesuch bei der Streitkräftebasis am Standort Erfurt durchzuführen.
 
Der Besuch fand in den Nachmittagsstunden in der Henne-Kaserne in Erfurt statt und folgte, wie so oft, einem zeitlich eng abgestimmten Programm. Die Streitkräftebasis wurde präsentiert durch das Logistikkommando der Bundeswehr, das Multinationale CIMIC Command, das ABC Abwehrkommando der Bundeswehr, die Schule für Diensthundewesen der Bundeswehr sowie durch das Kommando Feldjäger der Bundeswehr, vertreten durch die 4./Feldjägerregiment 3. Im Rahmen eines Static Display konnten die einzelnen Bereiche mit ihren Fähigkeiten präsentiert werden.
 
Die Erfurter Feldjäger bildeten zum Einen den Aufgabenbereich Feldjägerwesen ab und boten zum Anderen der Ministerin die Möglichkeit, die Feldjäger der Spezialisierung „Erhebung und Ermittlung“ an einem dargestellten Anschlagsort zu begleiten.
 
Im engen Zeitkorsett wurde der Aufgabenbereich beleuchtet und „Tatortarbeit zum Anfassen“ abgebildet. Eine Herausforderung, welche in ihrer Tiefe nur mit Abstrichen möglich ist, aber trotzdem eine Chance darstellt, einen Einblick in eine besondere Truppengattung zu erlangen. Es galt in kürzester Zeit die Fragen zu erläutern: „Welches sind die Aufgaben eines Feldjägerdienstkommandos und was sind die Tätigkeiten der Erheber und Ermittler im Auslandseinsatz?“
 
Hauptmann Lutz Hertel, Führer einer Erheber- und Ermittlergruppe, stand Rede und Antwort, was Tatortarbeit beinhalten kann, wie Spuren vermessen und Beweismittel gesichert werden. Dabei betonte er die Wichtigkeit einer gerichtsverwertbaren Dokumentation sowie, dass eine mögliche Strafverfolgung in alle Richtungen kein Tabuthema darstellt. Gezielt fragte die Ministerin an dieser Stelle nach, wo z.B. die Ermittler der Feldjäger ihre Erfahrung sammeln? Sie selbst begleitete von 2000 – 2007 das Amt als Ministerin für Inneres, Familie, Frauen und Sport im Saarland. In dieser Zeit hatte sie intensive Berührungspunkte mit der Polizeiarbeit eines ganzen Bundeslandes und weiß, wie wichtig eine zielgerichtete Ausbildung ist.
 
An dieser Stelle bleibt zu erwähnen, dass Feldjäger nur einen Teil der Auswerteebenen leisten können. Dies wurde während der dynamischen Präsentation in Erfurt erläutert. Es gibt insgesamt drei Auswerteebenen. Die 1.Ebene – Feldauswertung (Unmittelbar am Anschlagsort), 2.Ebene – Laborauswertung (Labor im Einsatzgebiet) und 3.Ebene – Erweiterte Auswertung (Nationale Verantwortung im Heimatland).
 
Wie kann man sich eine Auswertung vor Ort vorstellen? Um diese Frage anzugehen, muss man erläutern, was ein Erheber/Ermittler ist und was er vor Ort macht. In erster Linie sind es Soldaten, in zweiter Linie Feldjäger und in dritter Linie sind sie spezialisierte Feldjäger, welche zur Ereignisort-, Tatort- und Spurensicherung sowie für das Asservatenwesen befähigt sind. Sie suchen nach Spuren, markieren, dokumentieren und sichern diese. Der Anschlagsort, sowie alle relevanten Spuren und Beweismittel werden umfassend fotografisch gesichert. Eine Skizze wird erstellt und die Spurenlage vermessen. Beweismittel werden sichergestellt, verpackt, beschriftet und aufgelistet. Ebenfalls werden verschiedene Proben, wie z. B. Lack- oder Bodenproben, für eine spätere Untersuchung genommen. Auch eine genaue Vermessung des Sprengkraters erfolgt für nachfolgende Analysen. Für eine qualifizierte Tatortarbeit und Spurensicherung nutzen die Erheber/Ermittler eine umfangreiche Spurensicherungsausstattung, welche sich an aktuellen kriminaltechnischen Standards ausrichtet. All dies wurde der Ministerin anhand einer aufgebauten Momentaufnahme (IED Anschlag) optisch dargestellt.
 
Ein Ziel am Ende der Arbeit ist es, einen detaillierten Blick aus dem Heimatland auf den Anschlagsort im Einsatz zu ermöglichen. Die Ergebnisse der Auswertung müssen für eine mögliche Strafverfolgung verwertbar sein, entsprechend gilt es sie gerichtsverwertbar zu sichern. Sie geben darüber hinaus oftmals Einblick in Taktiken, Techniken und Verfahren gegnerischer Kräfte und leisten damit einen wesentlichen Anteil zum Schutz eigener Kräfte.
 
„Wir Erfurter Feldjäger sind dankbar, die Chance gehabt zu haben, nicht nur direkt und unmittelbar unsere Ministerin und ihre Vorstellungen von der Bundeswehr kennenlernen zu dürfen, sondern vor allem, ihr den Aufgabenbereich der Feldjäger der Bundeswehr im In- und Ausland vorstellen zu dürfen.“, so das Resümee von Major Kevin Bösche, Kompaniechef der Erfurter Feldjäger.
 
Text: Lutz Hertel, Hauptmann – Bilder: Landeskommando Thüringen
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