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Traditionsverband 731

Herr
Oberstleutnant d.R.
Rainer Schönfisch
Großholthuysen 13
47861 Issum - Sevelen
Tel.: 02833 - 49 40
Rainer.Schoenfisch@gmx.de

Der Traditionsverband 731 als Sparte der Feldjägerkameradschaft soll allen die nicht mehr als aktive Soldaten oder beorderte Reservisten geplant sind ermöglichen, sich weiter ein Stück am Leben der Feldjäger zu beteiligen. Gerade jetzt in den Zeiten der Auslandseinsätze ist Verbundenheit mit der aktiven Truppe wichtig. Ebenso zur positiven Meinungsbildung im Alltagsleben.

Alle Soldaten der unten angesprochenen Einheiten werden gebeten, sich an nachträglich aufgeführte E-Mail zu wenden, falls sie noch nicht ihr Interesse als aktives Mitglied im TV 731 bekundet haben. (Es entstehen bei Mitgliedschaft in der Kam.d.FJg keine zusätzlichen Kosten.)  

Meldung bei :                Johannes Krichel                     kdfjgkoeln@online.de

OV Köln / Bonn

                                             oder

Hans-Joachim Vogt                 hjvogt@fst-ahlen.de

OV Münster                         Fax : +49 23 82 94 08 57

Ziel des Traditionsverbandes ist es, den nicht MOB geplanten ehemaligen Soldaten der aufgelösten Bataillone 731, 732 und 733  und des Feldjägerbataillons (730) 252 die Möglichkeit zu geben, weiterhin mit der aktiven Truppe in Verbindung zu bleiben und sich auf den Veranstaltungen mit dem neuen Material der Feldjägertruppe vertraut zu machen.

Auch soll auf den Schießveranstaltungen der Umgang mit den Waffen der Feldjägertruppe weiter geübt und geschult werden.
von links :       StFw d.Res. Johannes Krichel – StFw d.Res. Reinhard Hecht – OTL d. Res. Rainer Schoenfisch –
StFw d.Res. Hans-Joachim Vogt – OTL a.D. Hermann-Josef Höngesberg






Bootstour auf der Niers

Am Samstag den 28.07.2012 war es wieder soweit, der Traditionsverband FJgBtl 731 unter der Führung von Oberstleutnant d.R. Rainer Schönfisch, traf sich mal wieder (im strömenden Regen) zu einer seiner „berühmt, -berüchtigten“ Touren. Diesmal ging es zu einer Bootstour auf das Flüsschen „Niers“, bei Issum.

Am Wasser angekommen, hatte der Wettergott ein Einsehen mit der kleinen Schar, bestehend aus aktiven Soldaten und Reservisten des FJgBtl 252. Es konnte trocken „eingebootet“ werden! Nun ging es ca. zehn Kilometer Fluss abwärts, durch Wälder, Felder und Auen auf der naturbelassenen Niers. Die perfekte logistische Vorbereitung (durch R. Schönfisch) und das jetzt sonnige Wetter lies die Stimmung der maritimen Truppe in den Booten ganz erheblich steigen. Am Ziel der Reise angekommen, mussten zwei der jetzt seetüchtigen Feldjäger auch noch die Wassertemperatur des kleinen Flüsschens testen…..so trocken wie eingebootet wurde, konnten leider nicht alle ausbooten….und so wurde von zweien von uns die Wasserqualität und Temperatur der Niers noch getestet!

Aber auch das tat der Stimmung keinen Abbruch. Zum Abschluss einer gelungenen Tour gehörte dann natürlich auch noch ein schöner kameradschaftlicher Abend mit Grillfleisch und natürlich auch ein - zwei Bierchen. Bis in die dunkele Nacht saßen wir am Lagerfeuer, bis wir am kommenden Morgen nach einem hervorragenden gemeinsamen Frühstück unsere Quartiere räumen mussten.

Aber der Abschied viel leicht, den unsere nächste Tour ist schon geplant und terminiert.
Text : Christoph Weber
Bilder: Hannes Krichel






Bildungsreise TVB 731 nach München

Auch dieses Jahr stand wieder eine Bildungsreise des Traditionsverbandes TVB 731 an. Schon im letzten Jahr wurden die Unterkünfte in München in der Sanitätsakademie geblockt. Die Teilnehmer der Bildungsreise trafen sich am 03.11. in der Waldkaserne in Hilden. Aufgrund des Wunsches vieler Teilnehmer, den Termin spät im Jahr stattfinden zu lassen, wurde diesmal der Termin im November festgelegt – dies birgt natürlich ein erhebliches Risiko – nämlich das nicht kalkulierbare Wetter. Aber der Wettergott hatte es mit uns gut gemeint – und so konnten die Teilnehmer von der Sonne begleitet ein paar herrliche und interessante Tage miteinander verleben. Bevor es dann nun endlich losging, mussten noch einige Unwegbarkeiten beseitigt werden, da der Bus nicht wie geplant vor Ort war. Dank pragmatischer Hilfe vom FJgBtl 252 konnte auch diese Klippe umschifft werden und die Fahrt fortgesetzt werden – auch hier nochmals herzlichen Dank ans Bataillon. Alle Teilnehmer erreichten München bei guter Laune.

Oberstleutnant d. Res. CIPOLLA (gespiegelter S3Stabsoffizier) des FJgBtl 451 begrüßte die Gäste herzlich im Namen der Bataillonsführung. Danach erhielten alle ihre Stubenschlüssel und nach Bezug der Unterkünfte stand schon die erste nächtliche Exkursion auf der Tagesordnung.  Es stand die Erkundung der Münchner Innenstadt auf Schuster`s Rappen auf dem Tableau. Hier bietet München eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten – manchmal auch abseits der Touristenpfade. Durch die lange Anreise und auch bei der Erkundung sichtlich angestrengt, stand der Einkehr im vorgebuchten Augustinerbierkeller nichts mehr im Weg. Bei einer deftigen bayrischen Mahlzeit und einem zünftigen Bier besprach man das weitere Programm der nächsten Tage. Das gemütliche Kellergewölbe und das rege Treiben in der Wirtschaft ließen die Stunden schwinden und es wurde Zeit das Nachtlager aufzusuchen – schließlich gab es am nächsten Tag ein strammes Programm. 
Zwar musste teilweise das Programm abgeändert werden ( das Landeskriminalamt München hatte kurzfristig seinen Beitrag absagen müssen), dies tat der Attraktivität des Alternativprogramms aber keinen Abbruch. Nach dem Frühstück begab sich die Reisegruppe in die fränkische Schweiz – hier stand die Besichtigung der Burg Greifenstein – dem Stammsitz der Grafen von Stauffenberg auf dem Programm. Thema unter anderem war auch hier der Widerstand gegen das Nazi-Regime. Der Verwalter des Schlosses empfing uns bereits herzlich an der Zugbrücke. Auf einem Schild am Burgtor stand Führung 45 Minuten – nicht für uns – wir hatten eine Exklusivführung, die nach 2 ½ Stunden leider schon beendet war. Die Führung an diesem geschichtsträchtigen Ort war extrem kurzweilig und verging wie im Flug. Es gab immer etwas neues Interessantes zu entdecken oder unser Verwalter hatte wieder etwas aus dem Nähkästchen der Geschichte zu plaudern. Ich kann mich selten an eine so spannende und kurzweilige Führung erinnern – unserem Verwalter stand der Witz aber auch das Wissen buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Fast hätte das Wandeln in der historisch interessanten Burg  den nächsten Programmpunkt gefährdet. Neben den großen Waffenkammern, die einen breiten Querschnitt über die Waffentechnologie des Mittelalter und deren Weiterentwicklung gaben und einige Kuriositäten bargen, ging es dann weiter bis zu den altertümlichen Schusswaffen bis in die Neuzeit.  Sicherlich waren auch die Ausstellungen seltener und kostbarer Jagdwaffen interessant – insbesondere verbotene Waffen der Wilderer wie Schießspazierstöcke. Unser Burgführer hatte die Gabe alle immer wieder in seinen Bann zu ziehen und auf spektakuläre Exponate hinzuweisen.  Eine große Sammlung von kapitalen Jagdtrophäen zählte ebenfalls zu den interessanten Exponaten. Das Adelsgeschlecht der Stauffenbergs geht bis weit ins 10. Jahrhundert und dem entsprechend gibt es auch eine Menge Meilenstein in deren Geschichte – nicht nur dies aus dem Widerstand. Weitere Räume waren der Militärzeit des Stauffenbergs gewidmet, die bereits Kriegsteilnehmer 1870/71 waren und die Exponate gingen bis zum 2ten Weltkrieg zurück.  Grandios und beeindruckend war auch die Privatbibliothek mit allen ihren alten historischen Schätzen, in der man sich einfach nur einmal einschließen lassen möchte, um die Werke zu studieren. Sehr lebendig hat unser Burgverweser auch die Zeit des Widerstandes und die Rolle der gesamten Familie dargestellt. Vielen war auch nicht bekannt, dass Melitta von Stauffenberg zu den 3 großen Fliegerfrauen und Testpilotinnen neben Beate Uhse und Hanna Reitsch zählte. Sie versuchte im April 1945 ihren Mann aus der Sippenhaft mit einem Flugzeug zu befreien und wurde dabei von amerikanischen Jagdfliegern abgeschossen und verstarb kurze Zeit später.

Die Schlosskapelle war dann der Abschluss unseres Besuchs und wir mussten uns sputen die nächste Sehenswürdigkeit zeitgerecht zu erreichen.  Zwar nur wenige Kilometer von Burg Greifenstein entfernt, liegt eine der schönsten und geologisch interessantesten Tropfsteinhöhlen Deutschlands – die Binghöhle. Zwar ist diese Höhle zu diesem Zeitpunkt in Streitberg schon geschlossen, aber für den TVB 731 wurde natürlich eine exklusive Besichtigung vereinbart. Bis zu 60 m tief unter der Erdoberfläche ging es hinunter. Bizarre Tropfsteine geformt vom Sinter und Höhlenräume ausgewaschen von Urflüssen, die es nicht mehr gibt. Manche Passage war nur 1,40 m hoch und manchmal war es auch so eng, dass man sich hindurchzwängen musste. Eine Art von Forscherdrang kam bei den Höhlenbesuchern auf, als sie auf eine besondere Spezies als Höhlenbewohner hingewiesen wurde. Hier lebt eine Krebsart, zwar winzig klein, aber einzigartig in der Natur. Diesen Urkrebs gibt es nur in diesem Mikrokosmos der Höhle. Nach dem anstrengenden Durchgang durch die Höhle ging es zum Abstieg durch eine kleine Klamm mit Wasserfall bis man schließlich den Ort Streitberg erreichte.  Jetzt war es Zeit für eine Stärkung und bei strahlendem Sonnenschein genoss man das Essen und eine Halbe draußen im Biergarten. Schließlich war es Zeit „hoam zua fahrn“.  Highlight des Abends war dann das bevorstehende Ritteressen in der „Schandgeige“ einem historische Restaurant in Mitten Münchens. Verpönt sind hier Gabel und Löffel und allein mit dem „Kurzschwert“ wurden die Speisen zerteilt.  Das opulente 7 Gang Gelage wurde durch Honigmet und Bier eingeleitet. Riesige weiße Tücher ersetzten die Serviette – und waren auch bitter notwendig! Während sich das Fleisch mit dem Schwert zerteilen lässt, lassen sich Rotkraut und anderen Beilagen nur mit den Fingern essen – entsprechend sahen dann die Tücher aus. Nach Kalbshaxn, Kapaungebein und Schweinsbraten, kamen noch vielerley Schmakerl auf die Tafel. Das Bier und Met flossen in Strömen und alle fühlten sich dem Platzen nahe. Quasi Zeit für die Bettruhe – und Morgen ist ja auch noch ein Tag. Am Samstag stand Münchens Innenstadt auf dem Programm – Neben den obligatorischen Sehenswürdigkeiten der Innenstadt wie Rathaus, Frauenkirche Viktualienmarkt und Marienplatz gab es noch die Möglichkeit zum kurzen Bummel durch die Geschäfte. In Anschluss verlegten wir nach Rothenburg op der Tauber. Hier stand die Besichtigung der mittelalterlichen Stadt und das Kriminalmuseum auf dem Programm.  Justiz in alter Zeit – für viele unbegreiflich brutal – aber dennoch spannend  - und trotzdem Vorläufer unserer modernen Justiz – wenn auch manche Beweisaufnahme in Methodik heute sicherlich etwas weniger „peinlich“ stattfinden würde. Viele Worte aus dieser Zeit sind heute noch im Sprachgebrauch – Begrifflichkeiten wie „schwedische Gardinen, gerädert sein, Feuer und Flamme sein oder etwas peinlich sein sind nur einige Begriffe die sich aus dem Mittelalter und der Justiz herleiten lassen.  Nach der ausführlichen – und wie sei es auch anders zu erwarten – Exklusivführung , war noch genug Zeit die Stadt zu erkunden. Viele nutzten das phantastische Wetter und die mittelalterliche Kulisse zum gemütliche Kaffeetrinken und Bummeln in dieser traumhaften Stadt. Leider mussten wir schon bald wieder aufbrechen – am Abend stand der Besuch der  Forschungsbrauerei in Perlach auf dem Programm. Bei deftigen Speisen und reichlich Gerstensaft wurde die Unterhopfung sehr schnell beseitigt und wir ließen gemütlich den Abend ausklingen. Der letzte Tag der Exkursion brach an und nach dem Frühstück wurden die Unterkünfte geräumt und wir verlegt nochmals kurz in die Innenstadt. Der eine oder andere nutzte die Zeit zum Bummel oder für eine deftige Brotzeit in einem traditionellen Gasthof. Ab 11.00 Uhr traten wir dann die Rückreise an. Gegen 19.00 Uhr erreichten wir Hilden und es war wieder einmal Zeit Abschied zu nehmen und die Ereignisse Revue passieren zu lassen. Leider ist die Zeit begrenzt und auch diesmal war die Weiterbildungsreise ein schöner Erfolg, der allen noch in Erinnerung bleiben wird. Auch nächstes Jahr werden wir versuchen, wieder eine Bildungsreise auf die Beine zu stellen.  Hierzu sind natürlich alle Mitglieder der TVB 731 und die aktiven Angehörigen des FJgBtl 252 recht herzlich eingeladen. Nächstes Jahr soll der Termin wieder etwas früher im Jahr stattfinden – wir werden schon Anfang des Jahres hier in die Planungsphase gehen. Wir freuen uns wieder auf spannende und informative Tage mit allen Kameraden.

 
Text: Rainer Schönfisch, Oberstleutnant d. Res.
Fotos: Hans-Helmuth Mieglitz






Teilnahme am Internationalen Militär Vergleichsschießen

IMSBVom 06.05.2011 bis 08.05.2011 nahm eine eingeschworene Gemeinschaft aus dem Ortsverband Düsseldorf /Hilden (unterstützt vom Ortsverband Köln), am diesjährigen  Internationalen Militär Vergleichsschießen (IMSB 2011), im Feldjägerstandort Augustdorf erfolgreich teil. Mit neun Teilnehmern, darunter unsere fünf neuen niederländischen Mitglieder der freiwilligen Politie Gelderland-Midden.

Hauptfeldwebel d.R. Thomas Barb belegte dabei in der Einzelwertung Pistole P8, den hervorragenden dritten Platz. Sowie den vierten Platz in der Gesamtwertung Pistole P8 und Gewehr G36. Aber auch beim Pistolenschießen in der Mannschaftswertung kann sich das Ergebnis mit einem fünften Platz und einem errungenem Pokal sehen lassen. Diesen gewannen unter der Führung von Brigadier Willem Hendriks, Stabsfeldwebel Christoph Weber, Wachtmeister Jan Ruiter und Hauptfeldwebel d.R. Thomas Barb.

Alles in allem war dies ein schönes und erfolgreiches Wochenende, was die Kameradschaft und freundschaftliche Verbundenheit zu unseren niederländischen Freunden noch vertieft  hat.


Auf dem Bild:
(v.l.) Pieter van Kersteren, Michael Giesen, Willem Hendriks, Johannes Krichel, Ernst van Donkersgoed,
Jan Ruiter, Christoph Weber.
vorne :
Thomas Barb, Paul Brons




Text u. Foto: Christoph Weber













FJg-Kameradschaft TV 731 auf Besuch im Bundeskanzleramt

Auf Einladung unseres Kanzleramtsministers und Minister für besondere Aufgaben, Ronald Pofalla, hat der Traditionsverband FJgBtl 731 seine Weiterbildungsreise nach Berlin in die politische Schaltzentrale angetreten. Ursprünglich als gemeinsame Veranstaltung zwischen Mitgliedern des TVB 731 und den aktiven Soldaten des FJgBtl 252 geplant, musste die gemeinsame Weiterbildung ohne die aktive Truppe stattfinden. Das alle Soldaten plagende, leidliche und knappe Budget, verhinderte leider das gemeinsame Erlebnis und die gelebte Kameradschaft bei einer gemeinsamen Tour. Ohne die Unterstützung von Oberstleutnant Wegener, Kommandeur FJgBtl 252 und dem S3 Stabsoffizier, Major Gerlich, bei denen wir uns auf diesem Wege nochmals für die Unterstützung bedanken, wäre die Veranstaltung nur schwerlich durchführbar gewesen.

Nach Umschiffung aller Klippen und Hindernisse, konnte die Tour trotz regnerischem Wetter am Morgen des 26.08.2010 nach Berlin begonnen werden und wir trafen wohlbehalten am Nachmittag in der Julius-Leber-Kaserne ein. Die Reisegruppe bestand aus Mitgliedern des TV 731 und Gästen der niederländischen Polizei Gelderland und der koninklijke Marechaussee,  mit denen den TVB eine lange Freundschaft verbindet.

Nach Bezug der Unterkünfte,  stand die obligatorische Stadtrundfahrt an. Anschließend wurde die bekannte Buslinie 100 benutzt, um noch mal komprimiert an den innerstädtischen Sehenswürdigkeiten vorbei zu cruisen. Der daran anschließende „Spähtrupp“ zu Fuß durch die  Hackeschen Höfe war für das Auge sehr aufschlussreich  Die tiefgestaffelte Hinterhoflandschaft war früher eine typische Bauweise für Berlin. Die Hackeschen Höfe wurden 1906 erbaut-und es entstand die größte Gewerbe- und Wohnanlage Deutschlands. Heute stellen die Hackeschen Höfe ein buntes Potpourri aus Handwerk, Wohnkultur, Tourismus und Kleinkunst dar. Reisen macht bekanntlich hungrig und die  Wanderung durch die Hackeschen Höfe wird ihren Beitrag hierzu geleistet haben. Was liegt da näher, als in einem stadtbekannten Brauhaus einzukehren. Ziel war das Brauhaus Berlin Mitte, nicht weit vom Fernsehturm gelegen.  Bei Berliner Spezialitäten und einer Molle Bier konnten dann alle Reiseteilnehmer gemeinsam den zu Ende gehenden Tag noch einmal Revue passieren lassen. Mit der U-Bahn ging es dann wieder zurück zur Ju-Li-Ka.- , denn ein wenig Schlaf war bitter nötig.

  

Der nächste Morgen begann mit dem gemeinsamen Frühstück. Frisch gestärkt, ging es dann zum deutschen Bundestag. Nach einer sicherlich für alle Beteiligten interessanten Führung durch den Plenarsaal, konnten dann der Ausblick von der gläsernen Kuppel des Reichtages auf die Stadt genossen werden. Das tolle Panorama und der unglaublich Rundblick über die Stadt gab Anlass zu vielen Schnappschüssen. Unsere niederländischen Gäste waren sichtlich von Bundestag und seiner Moderne und Größe beeindruckt. Es blieb jedoch nicht viel Zeit zum Staunen, denn schließlich folgte schon das nächste Highlight – der Besuch im Kanzleramt. Pünktlich um 13.00 Uhr wurden wir im Bundeskanzleramt begrüßt.  Leider war es unserem Gastgeber und Kanzleramtsminister Ronald Pofalla nicht möglich uns persönlich zu begrüßen. Trotzdem war der Besuch im Amtssitz der Kanzlerin ein nicht alltägliches Erlebnis – wann kommt man ansonsten schon Mal dem Zentrum der Macht so nahe.

Nach dem Gruppenfoto auf der Treppe im Kanzleramt, schloss sich ein Vortrag über die Gliederung der Arbeitsmuskel und deren Arbeitsweise im Bundeskanzleramt an. Die daran anschließende Diskussion und Fragestunde bezüglich allgemeiner Wehrpflicht, Ehrenamt und Wehrdienst wurde äußerst kritisch und konträr geführt, so dass der eine oder andere Vorschlag vielleicht doch auf fruchtbaren Boden fallen könnte. Auf dem Rückweg zur Julius-Leber-Kaserne wurde dann natürlich noch ein Erinnerungsfoto am Reiterstandbild des „alten Fritz“ vor der Humboldt-Universität geschossen. Im Anschluss wurde in die Unterkunft verlegt und der „leichte Börsenanzug“ angelegt. Ziel war das Restaurant „Berliner Republik“ – nicht weit vom Regierungsviertel in unmittelbarer Nachbarschaft zur bekannten Kneipe „Auswärtiges Amt“.

 

Im Restaurant stehen typisch Berliner Speisen auf der Karte. Eine integrierte Bierbörse, verspricht Unterhaltung und Spaß. Wie auf einer richtigen Warenbörse werden die aktuellen Dotierung auf vielen Tableaus angezeigt und der Bierpreis richtet sich nach Angebot und Nachfrage – bei mehr als 15 Biersorten vom Fass sollte doch für jeden einzelnen etwas für seinen Geschmack dabei gewesen sein.  Nach dem die ersten Spekulanten ihre „Aktien“ in Bier umgesetzt hatten, konnten die durstigen Kehlen mit kühlen Börsengold gelöscht werden. Nach intensiven Verkosten der Berliner Spezialitäten aus dem Restaurant -  wurde sich natürlich wieder den Spekulationsgeschäften auf der „flüssigen Getreidebörse“ gewidmet. Die Bierbörsianer beobachteten aufmerksam den aktuellen Kurs der gehandelten Waren und schlugen dann bei sinkenden Preisen zu. Von Zeit zu Zeit kam es dann auch zum Börsencrash bei dem alle Preise schlagartig mit ihrer Dotierung in den Keller fielen. Nach vielen guten Gesprächen und einigen Zwickelbieren war es schon recht spät geworden und wir mussten an den nächsten anstrengenden, aber sicherlich nicht minder interessanten Tag denken. Der Rückmarsch in die Quartiere verlief ohne Besonderheiten.

Nach dem Frühstück ging es hinaus aufs Land in den Norden von Berlin entlang der B 96 in das historisch interessante Örtchen Liebenberg, dass von Schloss und Gutshof beherrscht wird. Hier beim Grafen zu Eulenburg war schon der Kaiser Wilhelm zu Gast und frönten der Jagd und genoss die Tage bei Gesprächen und Trank. Von hier aus wurde auch aktiver Widerstands gegen das Hitlerregime geleistet. Die Tochter des Grafen von Eulenburg, Libertas Schulze-Boysen gehörte mit ihrem Mann der „roten Kapelle“ an und wurde am 22.12.1942 von den Nazis hingerichtet. Viele Größen der Staatsführung der ehemaligen DDR wie Wilhelm Pieck, Walther Ulbricht und auch Erich Honecker gingen hier zur Jagd. Nun nach der Wende übernahm die DKB-Stiftung Gut und Schloss  und machten hieraus ein modernes Tagungs- und Schulungszentrum sowie ein Luxushotel. Hier werden Jagdreisen und Pferdesport großgeschrieben. Hier befindet sich auch Europas modernster Jagdschießstand. Feldjägerei und Jagd sind eng miteinander verbunden, denn schließlich rekrutierte sich das reitende Feldjägerkorps aus Forstbeamten und Berufsjägern. Was liegt da näher als auch der Jagd zu frönen und auf die Saujagd zu gehen.

Das moderne Schießkino lud zur realitätsnahen Drückjagd auf Sauen ein und der eine oder andere Büchsenschuss auf bewegliche Ziele bereitete doch anfänglich ein wenig Probleme. Aber Dank professioneller Hilfe, konnte auch diese Hürde gemeistert werden. Nach dem Schießen mit Pistole und Revolver am Pistolenstand, durfte dann natürlich das Flintenschießen nicht fehlen. Nach einem Eingewöhnungsschießen auf den stehenden Kipphasen, wurden die Kipphasen als mobile Ziele in Bewegung gesetzt. Das Flintenschießen auf bewegliche Ziele war zunächst erst wieder stark gewöhnungsbedürftig. Trotzdem haben sich alle wacker geschlagen. Es folgte nun die hohe Kunst des Rollhasenschießens. Mit 60 km/h kamen die nur 11 großen Rollhasen aus ihrem Versteck geflitzt. Waren die roten Hasen noch gut zu erkennen aber schwer zu treffen, stellten die schwarzen Hasen absolut die Königsdisziplin dar. Leider mussten wir kurz nach 11.00 nach 2 ½ stündiger „Jagd“ das Revier wieder verlassen, da die nächsten Termine bereits drängten. Ich glaube die meisten der Schützen hätten gerne noch ihre Strecke vergrößert – doch das Signal „Ende der Jagd „wurde geblasen. Ein Horrido und ein Waidmannsheil auf alle Schützen. Nach dem stärkenden Mittagsessen im Nachbarort ging es dann weiter nach Rheinsberg – dem Jugendsitz Friedrich des Großen. Die geführte Schlossbesichtigung war höchst interessant und wir wurden als Feldjäger von der Schlossführung begrüßt. Wir konnten auch einige neue Erkenntnisse über die Feldjägerei in Erfahrung bringen und wir wurden auf 2 Gedenksteine hingewiesen, die wir aus Zeitgründen leider nicht mehr besichtigen konnten. Natürlich wurde auch das berühmte Schreibzimmer Friedrich des Großen bei der Besichtigung inspiziert, in dem die Stiftungsurkunde des „reitenden Feldjägerkorps“ 1740 unterschrieben wurde. Nach einer gemütlichen Tasse Kaffee oder auch einer Berliner Weiße, verweilte man bei sonnigem Wetter noch einige Zeit am See oder in den Gärten des Schlosses, bis leider die Heimreise nach Berlin angetreten werden musste.

Die Fahrt über die B 96 wurde mit einigen Informationen über die Gegend und über das Stadtgebiet Berlin verkürzt bis wir zur abendlichen Stärkung in das Restaurant Maui – einem trendigen Grillrestaurant einkehren durften. Urig und durchaus rustikal ging es in diesem trendigen Grillrestaurant zu. Die in den Tischen eingelassenen Holzkohlegrills luden zum Grillspass im geschlossenen Raum ein. Bis zu 8 verschiedene Sorten Fleisch wurden hier gegrillt- hierzu wurden  Fisch und Garnelen sowie verschieden Salate und Soßen gereicht.– Frei nach dem Motto „all you can eat“ konnten reichlich selbstzusammengestellte Spieße nachgelegt werden Bei einigen Bieren und guten Zigarren fand der Abend einen schönen und würdigen Ausklang. Der Tag gab viel Anlass zu langen und intensiven Gesprächen über das gemeinsam Erlebte.

Der nächste Morgen, war leider schon der letzte Tag in der Berliner Metropole. Nach der früh morgendlichen Stärkung, ging es auf zur letzten Erlebnisetappe – diesmal nach Potsdam. Was wäre eine Feldjägerweiterbildung – ohne den Besuch des Grabes unseres Gründers Friedrich des Großen. Nach der Besichtigung des Schlosses Sanssouci und einem längeren Aufenthalt im Schlosspark, wurde natürlich ein kurzer Abstecher zum Grab des alten Fritz gemacht. Pünktlich um 12.00 Uhr wurde dann schweren Herzens die Rückreise angetreten. Jede Reise – so schön sie auch sein mag –findet  irgendwann ein Ende.  Ein wenig wehmütig über das Ende der Reise kann man jedoch eine positive Bilanz ziehen. Das herzerfrischende und spannende Programm, die erlebte und gelebte Kameradschaft haben allen sichtlich Spaß bereitet. Auch unsere niederländischen Gäste waren voller Enthusiasmus und haben bleibende Erinnerungen mit in die Heimat genommen. Aus Kameraden sind Freunde geworden und wir freuen uns auch wieder auf den Gegenbesuch in den Niederlanden. Wenn diese Veranstaltung auch vielleicht schwer zu toppen sein wird, so hoffen wir im nächsten Jahr vielleicht doch zusammen mit unseren aktiven Kameraden des Feldjägerbataillons 252 etwas ähnliches auf die Beine stellen zu können.

Text: Rainer Schönfisch, OTL d. Res.
Fotos: Mitglieder  des TV 731