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200 Jahre Eisernes Kreuz

von Karl-Heinz Kreutz

Im September 1956 bestimmte der Bundespräsident Heuss das Eiserne Kreuz als Symbol der Tapferkeit und Ritterlichkeit zum Erkennungszeichen der Kampf- und Luftfahrzeuge der Bundeswehr. Die Wahl fiel auf das Eiserne Kreuz, da es den deutschen Wehrwillen symbolisieren sowie soldatische Tugenden und den Kampf für die Freiheit repräsentieren soll. Darauf verweisen die Traditionserlasse der Bundeswehr. So wurde 1965 das Eiserne Kreuz als Sinnbild sittlich gebundener soldatischer Tapferkeit bezeichnet. Und der Erlass von 1982 würdigte es als nationales Erkennungszeichen und als Sinnbild für Tapferkeit, Freiheitsliebe und Ritterlichkeit. Heute begegnet es uns tagtäglich auf den Gefechtsfahrzeugen und Flugzeugen der Bundeswehr und, modifiziert in Blau und Silber, als Symbol für die neue Bundeswehr auf den Mietfahrzeugen des "Bundeswehr-Fuhrpark-Service". Diese Form ersetzt jedoch nicht das traditionelle schwarze Hoheitszeichen.

Am 8. August 1811 legte Neidhardt von Gneisenau König Friedrich Wilhelm III. den "Plan zur Vorbereitung eines Volksaufstandes" gegen die napoleonische Fremdherrschaft vor. Darin regte er zugleich die Auszeichnung all jener Milizangehörigen an, "welche gegen den Feind wirklich Dienste geleistet" haben, und schlug die Verleihung einer schwarz-weiß gestreiften Schärpe aus Wollstoff vor. Der König griff diesen Vorschlag auf, wollte aber von einer Schärpe nichts wissen. Vielmehr sprach er sich in Analogie zum Vorbild des Deutschen Ordens für eine Dekoration in Form eines Kreuzes aus. Und so erhielt Karl Friedrich Schinkel, Preußens Baumeister, am 13. März 1813 den Auftrag zum Entwurf eines schwarzen, in Silber gefassten Kreuzes, mit der Jahreszahl 1813 und drei Eichenblättern unter der Krone.

In seiner äußeren Form knüpfte der Entwurf an das Balkenkreuz des Deutschen Ordens an, wo es ursprünglich als Gemeinschaftsabzeichen seit dem 13. Jahrhundert bekannt war. Bei der Gestaltung des Ordens wurde ganz bewusst auf jeden materiellen Wert verzichtet. Das Material dieses Ordens, dessen erste Exemplare in der Gleiwitzer Eisenhütte gegossen wurden, das Eisen, war symbolträchtig. So wurde, im Gegensatz zu vielen anderen Militärorden der Zeit, beim Eisernen Kreuz bewusst auf wertvolle Materialien verzichtet. Seine schlichte Form - ein mit Silber eingefasstes, gusseisernes, geschwärztes Tatzenkreuz - sollte ritterliche Pflichterfüllung und Zurückhaltung eines preußischen Soldaten symbolisieren. Außerdem sollte es auf das "Eiserne Zeitalter" verweisen, das mit Krieg beginnen sollte, in dem der preußische Staat von wohlhabenden Bürgern und Adeligen Goldgeschmeide im Tausch gegen einfachen Eisenschmuck sammelte ("Gold zur Wehr - Eisen zur Ehr") und als das Vaterlandslied des Dichters Ernst Moritz Arndt mit den Worten: "Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte…" begann. Friedrich Wilhelm III. stiftete die Auszeichnung zum Auftakt der Befreiungskriege gegen Napoleon und seine Besatzungstruppen als Tapferkeitsorden für die Dauer des Befreiungskrieges. Damit sollte der beginnende Krieg in Erinnerung an die Deutschritter zugleich in die Tradition der Kreuzzüge gerückt werden. Im Mittelpunkt der Symbolwelt um das Eiserne Kreuz aber stand die Königin Luise, zu deren Ehren der König die Stiftungsurkunde, die am 20. März 1813 in der "Schlesischen privilegierten Zeitung" abgedruckt wurde, auf den 10. März, Luises Geburtstag, vordatierte. Der Monarchin, die mit ihrem Tode zur Symbolfigur des nationalen Widerstandes in Preußen geworden war, wurde nach dem Ende der Befreiungskriege posthum das erste hergestellte Exemplar des Eisernen Kreuzes verliehen. Der König hatte es während des Krieges selbst getragen. Es wurde in den Sockel einer Marmorbüste der Königin im Park Hohenzieritz bei Neustrelitz eingemauert, wo es 1945 entwendet wurde.

Der Kriegsorden sollte ein Symbol für freiheitliche und christliche Gesinnung sein und als Kriegsauszeichnung an alle Dienstgrade verliehen werden, die sich in der soldatischen Tugend der Tapferkeit bewährt hatten. Verliehen wurde das Eiserne Kreuz ab 1813 in zwei Klassen. Die 2. Klasse wurde am schwarz-weißen Ordensband getragen, die 1. Klasse als Steckorden an der linken Brustseite. Es gab auch seltene Sonderausführungen wie das "Großkreuz des Eisernen Kreuzes" und ein "Eisernes Kreuz mit goldenem achtstrahligem Stern" sowie den "Blücherstern", eigens vom König für den Generalfeldmarschall Gebhard Leberecht Blücher am 26. Juli 1815 gestiftet für seinen Sieg in der Schlacht bei Belle-Alliance (Waterloo, 18. Juni 1815). Er wurde ein einziges Mal verliehen und damit zum seltensten Orden der Welt. Der "Blücherstern" wurde bei einem Großbrand auf Blüchers Schloss Krieblowitz vernichtet. Die Familie erhielt eine Nachfertigung des Originals, die jedoch in den Kriegswirren des Jahres 1945 verloren ging.

Nach den Befreiungskriegen wurde das Eiserne Kreuz am 19. Juli 1870 im deutsch-französischen Krieg, am 5. August 1914 im 1. Weltkrieg und am 1. September 1939 im 2. Weltkrieg erneuert und den jeweiligen geschichtlichen Gegebenheiten angepasst. Die Wiederholungsstufen der 1. und 2. Klasse sowie des Großkreuzes wurden 1939 um die Wiederholungsspange der 1. und 2. Klasse und das "Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes" erweitert. Das Ritterkreuz hatte im Zweiten Weltkrieg einen Stellenwert, der dem preußischen "Pour le mérite", dem höchsten preußischen Militärverdienstorden des Ersten Weltkrieges, vergleichbar war. Während jedoch der "Pour le mérite" ausschließlich an Offiziere verliehen worden ist, war die Auszeichnung mit dem Ritterkreuz nicht an die gesellschaftliche Stellung und den militärischen Rang gebunden.

Das Eiserne Kreuz war nach der französischen "Ehrenlegion", dem französischen Verdienstorden Legion d'honneur, der zweite europäische Kriegsverdienstorden, der ohne Ansehen von Stand und Dienstgrad vergeben wurde, was zu seiner Popularität beitrug. Vielleicht lässt sich der einzigartige Ruf des Ordens in seiner Zeit auch mit seiner betonten Schlichtheit und auffälligen Einmaligkeit unter den Kriegsorden erklären.

Zur Zeit der Aufstellung der Bundeswehr lag die Stiftung des Eisernen Kreuzes bereits über 140 Jahre zurück. War das Eiserne Kreuz ursprünglich nur als Auszeichnung für Tapferkeit in den Befreiungskriegen gedacht, so entwickelte es sich durch die Stiftungserneuerungen in der öffentlichen Meinung zu einem Symbol deutscher militärischer Tradition.

Der 12. November 1955 gilt als "Geburtstag der Bundeswehr". Unter dem Zeichen des Eisernen Kreuzes überreichte Theodor Blank, Bundesminister für Verteidigung, den ersten 101 Freiwilligen in der Bonner Ermekeilkaserne die Ernennungsurkunden. Der Gründungstag der Bundeswehr war zugleich der 200. Geburtstag des Preußischen Generalleutnants und Heeresreformers Gerhard Johann David von Scharnhorst.

Das Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen vom 26. Juli 1957 gestattet das Tragen von Kriegsauszeichnungen des Zweiten Weltkrieges "nur ohne nationalsozialistisches Emblem". Das Eiserne Kreuz weist in dieser Ausführung in der Mitte der Kreuzarme anstelle des Hakenkreuzes drei Eichenblätter nach dem ursprünglichen Vorbild von 1813 auf. Damit sollte zum Ausdruck gebracht werden, dass diese Auszeichnung für soldatische Leistungen im Kriege, nicht jedoch für Verdienste um das NS-Regime verliehen wurde.

Ordensauszeichnungen sind ein einfaches Gebot der Staatsräson. Diese Auffassung vertrat der Bundespräsident Theodor Heuss, als er 1951 den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland initiierte, mithin die höchste nationale Auszeichnung, die auch Angehörigen der Bundeswehr verliehen wurde.

Zum 25jährigen Bestehen der Streitkräfte rief Verteidigungsminister Hans Apel mit der "Ehrenmedaille" und dem "Ehrenkreuz" der Bundeswehr 1980 die ersten Auszeichnungen der Bundeswehr ins Leben. Schließlich stiftete am 25. April 1996 Verteidigungsminister Volker Rühe die "Einsatzmedaille der Bundeswehr", um die Teilnahme an Auslandseinsätzen auch national würdigen zu können. Die Einsatzmedaille ist der sichtbare Dank der Bundesrepublik Deutschland an Soldaten und zivile Mitarbeiter der Bundeswehr für die Teilnahme an Einsätzen und besonderen Verwendungen außerhalb des deutschen Hoheitsgebietes im Rahmen von humanitären, friedenserhaltenden und friedensschaffenden Maßnahmen. Er zeichnete am 26. Juni 1996 die ersten 26 Soldatinnen und Soldaten mit der im April gestifteten Auszeichnung für ihren Balkan-Einsatz in Bosnien und Herzegowina (IFOR) aus. Sie waren die ersten Träger eines Ehrenzeichens, das den Wandel der Streitkräfte von einer Armee zur Landesverteidigung zu einer Armee im Einsatz äußerlich sichtbar machte. Sie ist eine soldatische Auszeichnung, für Angehörige der Bundeswehr im Auslandseinsatz gedacht. Zahlreiche weitere Einsatzmedaillen sind ihr gefolgt.

Die Einsatzbedingungen haben sich in den vergangenen Jahren in Afghanistan grundlegend geändert. Merkmal des ISAF-Einsatzes sind immer häufigere und gefährlichere Gefechte, in denen Soldatinnen und Soldaten auch verwundet werden oder fallen können. Um diese hohe persönliche Gefährdung zu würdigen, stiftete Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg die "Einsatzmedaille der Bundeswehr Gefecht". Mit dieser neuen, vierten Stufe der Einsatzmedaille wird ausgezeichnet, wer mindestens einmal aktiv an Gefechtshandlungen teilgenommen oder hohe persönliche Gefährdung durch terroristische oder militärische Gewalt erlitten hat. Die Politik lehnte die Einführung eines reinen Verwundetenabzeichens, wie z.B. das US-amerikanische "Purple Heart" ab, schloss jedoch mit der "Gefechtsmedaille" die Lücke zwischen der Würdigung der bloßen Teilnahme an einem Einsatz in Form der "Einsatzmedaille der Bundeswehr" und der höchsten militärischen Auszeichnung der Bundeswehr, dem "Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit".

Anlass für die Stiftung des "Ehrenkreuzes der Bundeswehr für Tapferkeit" sind die Auslandseinsätze der Bundeswehr. Sie stellen hohe Anforderungen und bergen für die Soldatinnen und Soldaten Gefahren für Leib und Leben. Beginnend mit der deutschen Beteiligung an den NATO-Lufteinsätzen im Kosovo 1999 entwickelte sich eine öffentliche Debatte, in der zahlreiche Bürger, Politiker und die Medien eine Tapferkeitsauszeichnung befürworteten. Vorschläge, die auf die Art des Eisernen Kreuzes hinausliefen, wurden bald wieder verworfen. Ein deutliches Signal dazu kam am 13. Dezember 2007 vom Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages. Das Parlament nahm die Beschlussempfehlung positiv zur Kenntnis, die Würdigung ganz besonders herausragender tapferer Leistungen von Angehörigen der Streitkräfte mit einer Auszeichnung zu prüfen.

Das "Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit" war die Folge. Es ist die höchste Auszeichnung der Bundeswehr. Sie wurde am 13. August 2008 durch den Bundesminister der Verteidigung Franz Josef Jung als fünfte und höchste Stufe des Ehrenzeichens der Bundeswehr gestiftet und am 18. September 2008 durch den Bundespräsidenten Horst Köhler genehmigt. Das "Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit" ist die erste explizite Tapferkeitsauszeichnung in der Geschichte der Bundeswehr.

Mit der erstmaligen Verleihung des "Ehrenkreuzes der Bundeswehr für Tapferkeit" am 6. Juli 2009 an vier Soldaten würdigten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Verteidigungsminister Jung deren außergewöhnlich tapferes Verhalten im Afghanistan-Einsatz. Hierbei nahm die Bundeskanzlerin die Auszeichnung eigenhändig vor.

Eine Traditionslinie des "Ehrenkreuzes der Bundeswehr für Tapferkeit" zur früheren deutschen Tapferkeitsauszeichnung kann nach "200 Jahren Eisernes Kreuz" nicht gezogen werden. Wohl ähnelt es in der dienstgradübergreifenden Verleihungspraxis und in der Ausführung dem Eisernen Kreuz, mit dem unterschiedslos Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften ausgezeichnet wurden. Doch wurde das Eiserne Kreuz nur nach Ausrufung des allgemeinen und förmlichen Kriegszustandes gestiftet. Und Kampfeinsätze in Friedenszeiten wären in vergangenen Zeiten ein Novum gewesen.

Als Quellen wurden für den Beitrag u.a. herangezogen:

- Transfeld, Walter: Wort und Brauchtum des Soldaten, Verlag Helmut Gerhard Schulz, Hamburg 1959
- Hattenhauer, Günther: Deutsche Nationalsymbole, Zeichen und Bedeutung, Olzog Verlag, München 1984
- Militärgeschichtliches Forschungsamt: Katalog zur Wanderausstellung, 30 Jahre Wanderausstellung, v. Hase & Koehler Verlag, Mainz 1985
- Bundesministerium der Verteidigung: Ehrenzeichen und Einsatzmedaillen, Broschüre des Presse- und Informationsstabes, Berlin 2011





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